Geschichte Mönchhof – Die Entstehung des Weinbaus

Quelle: Ortschronik 800 Jahre Mönchhof (1217-2017)

Mönchhof liegt im östlichen Teil Österreichs im Bezirk Neusiedl am See. Die günstige Lage am südlichen Abhang der Parndorfer Platte hat bereits früh zur Besiedlung des Gemeindegebietes bzw. der Nachbargemeinden geführt. Jahrhundertelang waren in der Feudalwirtschaft die Zisterzienser von Heiligenkreuz die Grundherren in Mönchhof.

Gründung

1217:  König Andreas II. (1205 – 1235) schenkt das Gut Leginthov, das vorher die Bissener besessen haben, dem Kloster Heiligenkreuz zum immerwährenden Besitz. In dieser Schenkungsurkunde wird Mönchhof erstmalig urkundlich als Weinbaugemeinde erwähnt. Sie diente neben den religiösen Gründen auch dem wirtschaftlichen Zweck wie ein Zitat aus dieser Urkunde bestätigt: „auf dass die Mönche daselbst eine klösterliche Niederlassung gründen, ihre Wirtschaft nach ihrem Gutdünken einrichten, einen Meierhof erbauen, Weingärten für sich oder ihre Leute anpflanzen und alle Veranstaltungen zu treffen das Recht haben“.

1556 – 1727: Aus dieser Zeit sind mehrere Zehentregister erhalten, aus denen sich die Erntemengen erheben lassen. Neben dem Bergrecht, das eine fix vereinbarte Meine an abzulieferndem Most vorsah, mussten die Bauern von den Haus- und Überlendtweingärten auch den zehnten Teil der Lese abliefern.

19. Jahrhundert

1845: Am 12. Oktober wurde eine Weinleseordnung vom damaligen Pfarrer und Vertreter des Stiftes Heiligenkreuz P. Bernhard Greiner erlassen, die kurz gefasst Folgendes beinhaltet: Die Weinlese beginnt am 13. Oktober, nach Beendigung der herrschaftlichen Weingärten beginnt die allgemeine Weinlese. Bei der Einbringung der Weintrauben müssen den Bergmeistern der Weingartenhüter die Lesezettel vorgewiesen werden.

Habsburgermonarchie (1869-1887) – Franzisco-Josephinische Landesaufnahme (1:25000) – Karte/Lagen

1884: 153 Joch Weingärten. Die Reduktion hat sich durch das Eindringen der Reblaus ergeben. Nach ca. 20 Jahren wieder mühsamer Ausbau der Weinwirtschaft.

20. Jahrhundert

1932: Nach dem ersten Weltkrieg erfolgt eine Ausweitung des Weinbaugebietes in den Rieden nach Frauenkirchen.

1959: Statistik Austria – Bodennutzungserhebung 449 Betriebe bewirtschaften eine Ackerfläche von 2.621 ha 56 a. Die Weingartenfläche umfasst 315 ha 16 a.

21. Jahrhundert

2014: weist eine Statistik (Landwirtschaftskammer Burgenland) in Mönchhof eine Weinbaufläche von 543,9 ha aus, und zwar 258,1 ha Rotwein und 285,8 ha Weißwein.

2017: Aktuell (Stand Mai 2017, Erstellung Chronik 800 Jahre Mönchhof) gibt es in Mönchhof 144 ansässige und drei auswärtige Weingartenbesitzer mit gemeldeten Betriebsnummern. Etwa ein Dutzend betreibt die Weinwirtschaft im Vollerwerb.

Mönchhof heute